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Piraten kritisieren Schulbuch-Zensur

20. Juli 2010 wak

Religionsstreit: Anteil nichtchristlicher oder konfessionsfreier Schüler bei über 53 Prozent

Lindau/Konstanz (red) Kurz vor Einführung der neuen Auflage eines Schulbuches für das Fach Englisch haben evangelikale Christen in Bayern zu Jahresbeginn eine Beschwerde wegen religionskritischer Passagen in einem journalistischen Unterrichtstext des Buches eingereicht.Das bayerische Kultusministerium sorgte kurzerhand dafür, dass der Berliner Verlag des Buches die Passagen aus der Version entfernte, und begründete dies mit der bayerischen Landesverfassung, in der festgehalten ist, dass alle Schüler zu „Ehrfurcht vor Gott“ erzogen werden sollen.

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Bayern ist überall

Bayern ist hier kein Einzelfall: Ähnliche Formulierungen finden sich in den Verfassungen und Schulgesetzen anderer Bundesländer, so auch in Baden-Württemberg, behaupten die Piraten. Die Piratenpartei Baden-Württemberg sehe den Staat besonders bei der Bildung zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet und fordere, Gottes- und Religionsbezug aus der Landesverfassung und dem Schulgesetz zu streichen, da das baden-württembergische Schulgesetz in §100 Abs. 3 bewusst konfessionsfreie und nichtchristliche Schüler benachteiligt.

Piraten für Ethikunterricht

„Während christlicher Religionsunterricht flächendeckend ab der ersten Klasse unterrichtet wird, ist Ethikunterricht als Alternative zum Religionsunterricht vielerorts erst ab der Religionsmündigkeit der Schüler oder aus finanziellen Gründen gar nicht verfügbar“, so Landtagskandidatin des Wahlkreises Hechingen-Münnsingen, Dipl.-Pädagogin Jasenka Wrede, bei einer Diskussion zur Praxis des schulischen Religionsbezugs in Baden-Württemberg. So habe zum Beispiel die Elterninitiative Ethik der Karolinen-Kaspar-Grundschule in Freiburg bereits im April Klage beim Verwaltungsgericht erhoben, um dieser landesweiten Ungerechtigkeit im Schulangebot entgegenzutreten. Bei einem Anteil nichtchristlicher oder konfessionsfreier Schüler von über 53 Prozent kämpfen Eltern hier bisher vergebens um die Einrichtung eines Ethikunterrichts in den unteren Klassen.

Foto: wak/Landesparteitag Piratenpartei im Juni in Konstanz.


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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 20. Juli 2010 um 08:05 Uhr veröffentlicht und wurde unter Konstanz, Lindau, Orte abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

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Eine Reaktion zu “Piraten kritisieren Schulbuch-Zensur”

  1. dk sagt:

    Vor einigen Tagen ist mir ein unkonfessioneller (oder unkonventioneller?) Gedanken gekommen:

    der Herrgott hat die Welt in 7 Tagen geschaffen; davon 6 Arbeits- und 1 Regenerationstag. Als er am 6. AT kurz in den letzten 10 Min. noch den “Mensch als Krönung der Schöpfung” erschief, hatte er einen modernen Burnout.

    Dieser erschuf daraufhin die Religionen als Trost für seine eigene Unvollkommenheit: manchmal merkt sogar der Mensch den Unterschied zwischen Wollen und Können.

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