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Norbert Zeller: Stadtwerke auch im Bodenseekreis sind die Verlierer der Atompolitik

7. September 2010 wak

Nachteile für regionale Energieversorger, die in erneuerbare Energien investieren

Bodenseekreis. „Die eindeutigen Gewinner des Energiekonzepts der Bundesregierung sind die vier Atomstromer Eon, Vattenfall, EnBW und REW. Eindeutige Verlierer sind die Stadtwerke, die im Glauben auf die politische Verlässlichkeit in alternative Energien investiert haben“, so der SPD Landtagsabgeordnete Norbert Zeller. Die Laufzeitverlängerung bedeutet für die Stadtwerke, wie TWF, SwÜ und das Regionalwerk in Tettnang, nach Ansicht Zellers eine einseitige Benachteiligung. Die jetzige Bundesregierung habe sich „über die Stadtwerke hinweggesetzt“ und die Bedingungen der Laufzeitverlängerung zu Gunsten der großen Energieversorger verändert.

  • Der neue bothe der Überlinger Bodensee-Therme ist da

Atomkompromiss katastrophalen Rückschritt

Lediglich ein Drittel der Gewinne solle den Atomkonzernen abverlangt werden. Damit sei quasi ein fairer Wettbewerb unter den großen und kleinen Energieerzeugern ausgehebelt. Vor allem auch die Windenergie als zentrale erneuerbare Energie müsse damit einen harten Dämpfer einstecken, erklärt Zeller. Ohnehin würden insgesamt die Potentiale der Windenergie systematisch „kleingerechnet“, um die Laufzeitverlängerung zu begründen. Dadurch sei ein krasses Missverhältnis entstanden, so Norbert Zeller, und bedeute einen katastrophalen Rückschritt. Zeller findet es besonders besorgniserregend, dass der Vorrang für erneuerbare Energie im Stromnetz mit der Entscheidung der Bundesregierung in Frage gestellt werde. Anstatt die erneuerbaren Energien zum Zentrum des Marktes zu machen, würden rückwärtsgewandte Technologien favorisiert.

Alte Denkweise kehrte zurück

Schon heute wüssten kluge Mittelständler, dass es sich lohne in erneuerbare Energien zu investieren. Innovative Handwerker wüssten die Vorteile der Solartechnik, der Kraft-Wärme-Kopplung, der Wärmedämmung zu nutzen und inzwischen wüssten auch Jungbauern den Vorteil einer Solaranlage auf dem Dach oder einer Biogasanlage auf dem Hof zu schätzen. Mit dem „Atomkompromiss“ von CDU und FDP sei noch einmal die alte Denkweise zurückgekehrt. Für Zeller ist klar, dass diese Denkweise überwunden werden müsse, und dass alles getan werden müsse, damit die jetzige Entscheidung wieder korrigiert werde.

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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 7. September 2010 um 12:21 Uhr veröffentlicht und wurde unter Friedrichshafen, Überlingen abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

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3 Reaktionen zu “Norbert Zeller: Stadtwerke auch im Bodenseekreis sind die Verlierer der Atompolitik”

  1. sparring sagt:

    Die Darstellung von Herrn Zeller ist – wohl mit Blick auf die kommenden Wahlen in BW – rhetorisch rein destruktiv geprägt. Er verschweigt bewußt, daß bisher keine Regierung eine so weitgehende Unterstützung der erneuerbaren Energien geplant hat wie die jetzige. Kann Herr Zeller auch nur einen einzigen entsprechenden Erfolgsnachweis der Rot-Grünen aus ihrer Regierungszeit von 1998 -2005 führen (außer den weiterer Kohlesubventionen ?)
    Wenn die geplante Atomstrom-Brücke bis zum Zeitpunkt selbsttragender erneuerbarer Energien nicht realisiert würde, müßten die deutschen Normalverbraucher vermutlich bald doppelt so hohe Stromkosten bezahlen, die Wirtschaft wäre nicht mehr ausreichend wettbewerbsfähig, der Arbeitsmarkt würde sehr darunter leiden. Herr Zeller rasselt politisch mit dem Säbel, um vielleicht gerade noch rechtzeitig eine Rest-chance für die blassen Rot-Grünen zu wahren..

  2. Achim sagt:

    Lieber sparring, das Argument, dass Atomenergie zu günstigen Strompreisen führe, hat die Energiediskussion schon immer begleitet, und was schon immer falsch. Die längst abgeschriebenen AKWs produzieren zwar tatsächlich Strom für etwas 2 Cent pro Kilowattstunde, aber für die Endverbraucher ist das egal, denn unser Preis hängt von den Preisen an der Leipziger Strombörse ab, und die richten sich nach den Kraftwerken mit den höchsten Produktionskosten (aktuell 7-8 Cent). Die Differenz kommt allein den großen Stromkonzernen zugute, die ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafft und damit Investitionen in innovative Produktionsanlagen erneuerbarer Energie (z.B. seitens der Stadtwerke) behindert.
    (Ganz abgesehen davon, dass der Preis für Atomstrom die bisher völlig unabsehbaren Kosten für die Endlagerung des Atommülls noch gar nicht enthält, die letztlich aus Steuermitteln, d.h. von den Endverbrauchern bezahlt werden müssen.)

  3. Winfried Kropp sagt:

    Sparring meint, dass keine andere Regierung so weitgehende Unterstützung erneuerbarer Energien geplant habe wie schwarz-gelb. Man beachte hier das Wort geplant. Bereits umgesetzt haben Merkel und Co. stattdessen umfangreiche Kürzungen des Förderrahmens im Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien. Auf weitere Planungen kann man daher gespannt sein.

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