« »

Minister Franz Untersteller gibt Konstanz wegen „Fracking“ Entwarnung

21. Februar 2012 wak

Probebohrungen bisher nicht angekündigt – Umweltminister schrieb an Konstanzer Oberbürgermeister

Konstanz. Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Bündnis90/Die Grünen) hat in einem Brief an den Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank Entwarnung gegeben, was die umstrittene Methode der Erdgasförderung „Fracking“ angeht. Im Moment gebe es keine „erworbenen Gas-Förderrechte in Konstanz“. Das gelte auch für andere Orte in Baden-Württemberg.

  • WELT 3.0 - MASCHINERIE HILFE

„Fracking“ wirtschaftlich interessant

Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank in Zusammenhang mit „Fracking“ ein Moratorium angeregt. Am 23. Januar schrieb dann Untersteller, dass es angesichts der steigenden Rohstoffpreise für Unternehmen zunehmend interessant werde, bislang nicht wirtschaftlich nutzbare Rohstoffvorkommen zu erschließen. Dazu zählen auch an Gestein gebundene Erdgasvorkommen.

Explorationsphase ginge voran

Doch der Minister gibt Entwarnung: Erst nach einer erfolgreichen Explorationsphase und der oft jahrelangen Auswertung der Aufsuchungsergebnisse schließe sich gegebenenfalls eine Gewinnungsphase an. Weiter heißt es in dem Brief an den Konstanzer OB: „Für den Bereich Konstanz besteht zurzeit eine Konzession zur Aufsuchung, die die Erkundung des Untergrundes auf potentielle Lagerstätten von Kohlenwasserstoffen zum Gegenstand hat.“ Inhaberin der Konzession sei die Parkyn Energy Germany Ltd, Dublin/Irland.

Zwei bis drei Jahre passiert nichts

Der Minister schreibt: „Weitergehende Erkundungstätigkeiten wie beispielsweise seismische Untersuchungen oder (Probe-)Bohrungen sind bislang weder angekündigt noch beantragt.“ Nach Einschätzung des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) sei dies mittelfristig – binnen zwei bis drei Jahren – auch nicht zu erwarten, weil die notwendigen Vorbereitungen, die Auswertung vorhandener Daten und Studien, entsprechend viel Zeit in Anspruch nehmen.

Keine Bohrungen geplant

Weiter schreibt Untersteller: „Da bisher keine entsprechenden Explorations- oder gar Gewinnungsbohrungen im Raum Konstanz beabsichtigt sind, gibt es derzeit auch keine konkreten Überlegungen, dort Fracking-Verfahren einzusetzen.“ Der Minister erklärte auch: „Dies gilt im Übrigen auch für vergleichbare andere Explorationen in Baden-Württemberg.“ Anders verhalte es sich hingegen in Nordrhein-Westfalen.

Untersteller sieht „Fracking“ kritisch

Franz Untersteller teilte weiter mit, er sehe „Fracking“, das auch in Zusammenhang mit der tiefen Geothermie diskutiert werde, generell kritisch. Der Grüne Politiker stellte fest, dass es bereits heute nach geltendem Recht möglich sei, die „operative Umsetzung“ eines Vorhabens, das der Zulassung eines „bergrechtlichen Betriebsplanes“ bedarf, einzuschränken oder ganz zu untersagen.

Städte werden informiert

An den Kommunen vorbei gehen wird „Fracking“ offenbar auch auf gar keinen Fall. Untersteller teilte dem Konstanzer Oberbürgermeister mit: „Die Bergbehörde des Landes bindet deshalb die Wasserbehörden, die anderen Fachbehörden, die Gemeinden und weitere Beteiligte in das Verfahren ein, sobald deren Belange berührt sein können. Untersteller erklärte er sei auf „Wachstation“ und begleite Entwicklungen im Zusammenhang mit „Fracking“ sorgfältig.

Foto: Umweltministerium Baden-Württemberg

Hier geht es zum Mapserver des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) www.lgrb.uni-freiburg.de.

Was ist flattr?

Twitter6 Facebook8 Identica9

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 21. Februar 2012 um 07:37 Uhr veröffentlicht und wurde unter Konstanz abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

Sie können zum Ende springen und einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist im Augenblick nicht erlaubt.

  • Der neue bothe der Überlinger Bodensee-Therme ist da

2 Reaktionen zu “Minister Franz Untersteller gibt Konstanz wegen „Fracking“ Entwarnung”

  1. Horst sagt:

    Wichtig bei dieser Aussage ist die Bemerkung:
    Die Bergbehörde des Landes bindet deshalb die Wasserbehörden, die anderen Fachbehörden, die Gemeinden und weitere Beteiligte in das Verfahren ein, sobald deren Belange berührt sein können.

    Die gängige Praxis: Die Gaskonzerne behaupten, dass das Fracking absolut ungefährlich ist und daher Auswirkungen auf das Grundwasser ausgeschlossen sind. Wenn man den Mitarbeiter vom Bergamt, wodurch auch immer, davon überzeugen kann, sind die Belange anderer Behörden nicht berührt und keiner braucht eingebunden werden.

  2. Ralfpeter sagt:

    Fracking ist eine üble Sache. Wegen unserer Gier nach Energie und den möglichen Gewinnen werden sehr fargwürdige und rohe Methoden gegen unsere Erde angewendet.

    Gerade wird auch meine Heimatstadt Stuttgart “gefrackt” – für eine erwiesenermaßen unützes (www.wikireal.org) und naturverachtendes Großprojekt das bisher nur teilweise genehmigt ist und auf Lug und Trug basiert.

    Hier aktuelle Billder

    https://picasaweb.google.com/102312444829271982174/DritterArbeitstag

    Was hat das mit Fracking zu tun. Es geht um Geld auf Kosten der Natur – und vielleicht können die Leute vom See sich mal vorstellen, wenn wie bei S 21 irgendwie alle Genhemigungen von einem Behörden- und Politik-Filz erteilt wurden und alles aunumkehr bar ist.

    oder ide Stuttgarter per Volksabstimmung für Fracking am Bodensee stimmen würden !

    Wie wäre das ??

    Dr. (geol.) Ralf Laternser
    http://www.geologie21.de

Schreiben Sie uns

Kommentare abonnieren

Kommentare abonnieren ohne selbst zu kommentieren:


zum Seitenanfang