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Nicht alle Ego-Shooter-Spieler werden zum Amokläufer

22. März 2010 wak

Streetworker über Zusammenhang zwischen Amoklauf und Computerspielen

Konstanz (wak) Der Kreisverband Konstanz von Bündnis 90/Die Grünen luden in der vergangenen Woche zu einer Veranstaltung „Amoklauf und Computerspiele“ ein. Mit dabei war der Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann, der den Abschlussbericht des Landtags-Sonderausschusses „Konsequenzen aus dem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen – Jugendgefährdung und Jugendgewalt“ vorstellte. Der Titel der Veranstaltung aber war irreführend. Der Sozialpädagoge und Streetworker Sebastian Vogt machte klar: Nicht alle Ego-Shooter-Spieler werden zum Amokläufer.

Viele Jugendliche spielen und pflegen soziale Kontakte

Sebastian Vogt sagt, dass zwar viele der heute Heranwachsenden einen Computer besitzen und ihn auch für Spiele benutzen, aber Hobbys wie Freunde und Sport weiterhin eine wichtigere Rolle spielten. Auffallend ist, dass vor allem Jungen Ego-Shooter spielen. Da dies über 40 Prozent der Jungen tun sei die Aussage, dass das Spielen dieser Art von Computerspielen zu Amokläufen führe, unhaltbar. Den Begriff „Killerspiele“ und den Fokus der öffentlichen Debatte auf Ego-Shooter hält Vogt für unpassend, da in vielen verschiedenen Spieltypen Gewaltdarstellungen auftauchen.

Killerspiele erhöhen Aggression kurzfristig

Sebastian Vogt sagte Spiele mit Gewaltinhalten machten eher kurz- und nicht langfristig aggressiv. Das lasse sich durch wissenschaftliche Arbeiten belegen. Für viele Jugendliche sei das Spielen lediglich Unterhaltung, häufig werde zudem in Gruppen gespielt, in denen im positiven Sinne soziale Kontrolle ausgeübt werde. Zugleich, so Vogt, könnten die Spiele jedoch von potentiellen Tätern zur Beflügelung von Gewaltfantasien genutzt werden. Er ermunterte die Eltern, sich selbst mit Computerspielen und dem Internet zu befassen, Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz zu vermitteln und genau hinzusehen.

Lehmann fordert mehr Aufmerksamkeit für „auffällig Unauffällige“

Lehmann sagte zum Amoklauf von Winnenden, dass die Vorschläge des Sonderausschusses stellenweise nicht weit genug gingen. So müssten ein längeres gemeinsames Lernen an der Schule, ein erheblicher Ausbau der Schulsozialarbeit und verstärkte Aufmerksamkeit der Eltern und Lehrer dabei helfen, die „auffällig Unauffälligen“ wahrzunehmen, als die sich die späteren Amokläufer typischerweise auszeichneten.

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http://www.see-online.info/2010/03/12/lehren-aus-dem-amoklauf-von-winnenden/

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Der Beitrag wurde am Montag, den 22. März 2010 um 12:16 Uhr veröffentlicht und wurde unter Konstanz, Orte, Singen abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.

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  • Der neue bothe der Überlinger Bodensee-Therme ist da

2 Reaktionen zu “Nicht alle Ego-Shooter-Spieler werden zum Amokläufer”

  1. admin sagt:

    Dazu möchte ich auch etwas sagen: Wie kann man ein Theater wegen “Killerspielen” machen, aber gleichzeitig im Fernsehen zeigen, wie 2 Erwachsene sich verprugeln und am Ende noch einer den anderen KO schlägt. Wieviel Menschen waren dort Direkt? Knapp 50000. Wieviel haben es im Fernsehen gesehen? Paar Millionen. Dann die Wiederholungen im Fernsehen.

    Ahh… Hab ja vergessen, das ist ja ein Sport. Aber Killerspiele sind ein Problem.

  2. [...] Dort die -überraschende- Erkenntnis: “Nicht alle Ego-Shooter-Spieler werden zum Amokläufer.” [...]

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